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    Ausgleichsmaßnahme

    Übertrag von Mähgut auf Rohboden - vorher

  • LPV Ausgleichsmaßnahmen in Winhöring - Übertrag von Mähgut auf Rohboden

    Ausgleichsmaßnahme

    Übertrag von Mähgut auf Rohboden - nachher

  • Landschaftspflege Altötting - Entsiegelung einer Fläche am Rathausberg in Töging

    Entsiegelung

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  • Landschaftspflege Stammham - Mähgutübertrag auf Rohboden

    Ausgleichsmaßnahme

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Ausgleich & Ersatz

Der Landkreis Altötting zählt mit einer Fläche von rd. 57.000 ha zu den kleineren Landkreisen im Freistaat Bayern. Laut Ökoflächenkataster sind aktuell (Stand Dezember 2015) rd. 400 ha Ökokonten und Ausgleichsflächen im Landkreis Altötting gemeldet. Dies entspricht knapp 0,7% der Landkreisfläche. Der Anteil an Ausgleichsflächen ist damit auf die Landkreisgrenze bezogen nicht gering. Gut geplant und richtig umgesetzt, bieten daher Ausgleichs- und Ersatzflächen neben den klassischen Förderprogrammen wie vor allem dem Bayrischen Landschaftspflegeprogramm, effektive Möglichkeiten zur ökologischen Aufwertung der Kulturlandschaft.

Auf der Internet-Seite des LFU wird das Thema Ökokonto-Ausgleichflächen wie folgt definiert: Ein nicht vermeidbarer Eingriff, wie er durch die Ausweisung von Baugebieten im Rahmen der Bauleitplanung, durch den Straßen- oder Leitungsbau oder durch viele sonstige Vorhaben entsteht, macht nach Art. 6f Bayerisches Naturschutzgesetz (BayNatSchG) einen Ausgleich erforderlich. Dementsprechend müssen auf anderen Flächen landschaftspflegerische und der Natur dienliche Maßnahmen durchgeführt werden, um die ökologische Qualität dieser Flächen deutlich zu steigern. Die somit ökologisch höherwertigen Flächen sollen die Eingriffe in Natur und Landschaft "ausgleichen" und sind dauerhaft zu sichern und zu erhalten.

Wenn ein Ausgleich nicht möglich ist, sind die unvermeidbaren Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft durch Ersatzmaßnahmen zu kompensieren. Die Gemeinde muss dementsprechend gleichzeitig mit dem jeweiligen Vorhaben für entsprechende Ausgleichs- oder Ersatzmaßnahmen Sorge tragen oder kann auf die Flächen des Ökokontos zurückgreifen und den aktuellen Bedarf "abbuchen". Weiter ist in Art. 6b des BayNatSchG festgelegt, dass die für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen festgesetzten Flächen, sowie Ökokonto-Flächen dem LfU zu melden und im Ökoflächenkataster (ÖFK) zu erfassen sind. Das Ökoflächenkataster (ÖFK) wird gemäß Art. 39 BayNatSchG vom Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) geführt und laufend fortgeschrieben. Die Gemeinden haben die erforderlichen Angaben zu übermitteln.

Aus Sicht des LPV besteht grundsätzlich kein Unterschied bei der Umsetzung von Maßnahmen, die über Programme oder eben in Form von Auflagen realisiert werden. Die Ziele und Leitbilder entsprechen immer auch den Vorgaben der LPV Satzung, soweit der LPV eingebunden ist.

Der Landschaftspflegeverband Altötting ist seit über 20 Jahren Partner von Gemeinden, aber auch privaten Grundeigentümern bei der Planung, Umsetzung und Folgebetreuung von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen. Projekte sollten bereits bei der Planung so konzipiert werden, dass eine nachhaltige Entwicklung und Zielerreichung gewährleistet ist. Die Vorgaben für die Folgebetreuung müssen daher auch praxisorientiert und umsetzbar sein. Erwartungsgemäß hat sich gezeigt, dass eine Betreuung von der Herstellung bis zur Folgepflege durch eine kompetente Einrichtung vor Ort, wie bspw. einem Landschaftspflegeverband, die besten Voraussetzungen bietet, das Entwicklungsziel der Ausgleichsfläche schnell zu erreichen und vor allem auch zu erhalten.

Auch aus Sicht der Kommunen rechnet sich letztendlich diese Investition, da die Qualität der Maßnahme entscheidend für die Anerkennung durch die Fachbehörden ist und dabei die Kommunen auch direkt personell entlastet werden. Grundsätzlich ist die staatliche Förderung von Ausgleichsflächen ausgeschlossen. Allerdings gibt es auch hier eine entscheidende Ausnahme. Ist die Maßnahme anerkannt und abgeschlossen, das Ziel also vom Grundsatz erreicht, besteht die Möglichkeit weitere Aufwertungen durchzuführen, wenn sich dies fachlich als sinnvoll erweist.

Gerade bei Gestaltungsmaßnahmen, die über reine Mahd hinausgehen, ist es oft leichter, diese auf Ausgleichsflächen durchzuführen, da sie ja schon für „ den Naturschutz geopfert“ wurden, als neue , u.U. intensiv landwirtschaftliche Flächen zu rekrutieren. Der LPV nutzt dieses Instrument in zunehmendem Maß. Auch hier zeigt sich ein großer Vorteil der Einbindung von LPVn in das Thema Umsetzung und Folgebetreuung von A und E Flächen, da hier immer das Ziel ist, nicht nur „Dienst nach Vorschrift“ zu leisten, sondern das Optimum zu erzielen.

Landschaftspflegeverbände sind die idealen Kooperationspartner bei der Umsetzung und vor allem auch der Folgebetreuung von Ökokonto/Ausgleich- und Ersatzmaßnahmen. Die Argumente liegen auf der Hand. In der Satzung sind die Leitbilder vorgegeben, die auch für die Anforderungen bei der Entwicklung und Gestaltung von Ausgleichsflächen maßgebend sind.

Der LPV deckt ein umfangreiches Repertoire an Maßnahmen ab und hat hier entsprechende fachliche Kompetenz in Theorie und Praxis. Die Vernetzung verschiedener Projekte (Mahd von LNPR-Flächen - /Mähgutübertag/ Streuobst -/Vermarktung) macht es möglich, die Maßnahmen nicht nur isoliert zu betrachten und zu planen, sondern in einen größeren Zusammenhang zu stellen.

Abstimmung mit allen Interessengruppen ist die grundlegende Voraussetzung für die erfolgreiche und nachhaltige Arbeit eines Landschaftspflegeverbandes. Diesen, Trumpf können die Landschaftspflegeverbände auch bei der Betreuung von Ausgleichsflächen sehr gut einsetzen. Durch richtiges Management und begleitende Öffentlichkeit ist es durchaus möglich, einen größeren Rückhalt in der Öffentlichkeit zu bekommen. Durch Einbindung von ortsnahen Landwirten bei der Gestaltung, aber vor allem auch bei der Folgebetreuung, kann weiterhin ein wichtiger Beitrag geleistet werden, auch bei Landnutzern eine höhere Akzeptanz zu erreichen und die Diskussion zu versachlichen und zu entspannen.