• Brennen an der Alz - ein Projekt des LPV-Altötting

    Brennen an der Alz

  • Landschaftspflege im Landkreis Altötting - Akelei in den Alzauen

    Brennen an der Alz

  • Heuernte in den Alzauen - Brennen a. d. Alz - ein Projekt des LPV-Altötting

    Brennen an der Alz

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Brennenpflege an der mittleren und unteren Alz

Die Alz wird von einer Auenlandschaft begleitet, die beidseitig eine Breite  von 0,2 bis 0,8 km einnimmt. Während im Oberlauf und oberen Mittellauf (Fkm 60 bis 40)  die Auwälder großflächig gerodet und durch Fichtenforste und landwirtschaftliche Flächen ersetzt wurden,  ist der Auwald von Mittlerem  und Unterem Alztal noch größtenteils geschlossen.  Floristisch gesehen gehören gegenwärtig etwa 40% der Auwaldfläche dem Vegetationstyp des Eschen-Ahorn-Auwaldes an, daneben existieren auch Grauerlenwälder und Auengebüsche und auf kleineren Flächen Pfeifengras-Kiefernwälder, Sanddorngebüsche und Weidenauen (STANGL 1985).  Eingestreut in diese Auenlandschaft sind immer wieder Kalkmagerrasen.

Kalkmagerrasen sind in der heutigen Landschaft ein unverzichtbarer Bestandteil des Naturhaushaltes. Sie dokumentieren nicht nur eine kulturhistorische Nutzungsform, sondern gehören vor allem zu den artenreichsten Lebensgemeinschaften Mitteleuropas und bieten so für zahlreiche gefährdete und vom Aussterben bedrohte Pflanzen und Tiere unersetzliche Lebensräume. Wegen ihrer Artenvielfalt und den von Woche zu Woche wechselnden Blühaspekten sind sie nicht nur für Botaniker und Zoologen von Interesse, sondern auch für die breite Bevölkerung  unter dem Aspekt Freizeit und Erholung von hoher Attraktivität.
Bei einem Großteil der Kalkmagerrasen an im Umfeld der Alz, handelt es sich um Brennen - Relikte der ehemaligen Wildflusslandschaft der Alz.  Definieren lassen sich Brennen als "Heidewiesen auf trockenen Aufschotterungen innerhalb ehemaliger Flussschlingen"  (QUINGER 1994: 239). Wenngleich die Brennen im ganzen Alztal angetroffen werden können, so besteht doch kein Zweifel daran, dass sie nur noch Restflächen einstmals größerer und zusammenhängender Bestände sind.

Noch vor den Flusskorrekturen und Kanalbauten Anfang dieses Jahrhunderts war die Alz ein Wildfluss mit zahlreichen mäandrierenden Nebenarmen und Verästelungen.  Dazwischen liegende Schotterlinsen und Kiesbänke waren dabei von der Flussdynamik geprägt.  Hier konnte sich eine heideartige, klein strukturierte  Vegetation auf engstem Raum ansiedeln (QUINGER 1994).  Diese Flächen wurden über Mahd oder Beweidung genutzt. Dies ist in einigen Bereichen immer noch durch das Vorkommen von Wacholder und Enzianarten belegbar.

Flussregulierungen zu Anfang des Jahrhunderts zwangen die Alz in ein festes Flussbett, sodass keine Aufschotterungen oder Aufsandungen entstehen konnten und die Brennen keiner Überflutung mehr ausgesetzt waren.  Heute sind die Brennen unregelmäßig in den Auwald eingestreut, wo sie durch fortschreitende Sukzession (Versaumung, Verwaldung) aufgrund fehlender Pflegemaßnahmen zunehmend eingeengt werden und zurückgehen. In der Konsequenz ist es deshalb das Ziel des Arten- und Biotopschutzprogrammes (ABSP) im Landkreis Altötting, diesen einzigartigen und stark gefährdeten Lebensraum zu erhalten, zu sichern und zu entwickeln.