• Streuobst Wiese im Landkreis - ein Projekt des LPV Altötting

    Streuobst

  • Biene im Anflug auf eine Obstbaum-Blüte

  • Streuobst Ernte im Herbst - Landschaftspflege im Landkreis Altötting

    Streuobst Ernte im Herbst

  • Projekt LPV-Altötting - Streuobst Baumpflege

    Streuobst Baumschnitt

Streuobst

Streuobst ist eine historische Wirtschaftsform mit wichtigen ökologischer Funktionen und ein wertvolles Gestaltungselement in der Kulturlandschaft. Die Bezeichnung Streuobst leitet sich von der Doppelnutzung d.h. Obstbau und Streu- bzw. Wiesenmahd ab.



Es sind in der Regel Hochstämme alter Obstsorten von Apfel, Birne, Zwetschge, aber auch Kirschen und vereinzelt Walnußbäume auf extensiv genutzten Wiesenflächen.



In den letzten Jahrzehnten hat die Intensivierung durch Großmaschinen eine systematische Verdrängung herbeigeführt. 

Ökologische Bedeutung:

Streuobst hat eine hohe Strukturvielfalt und damit verschiedene Biotoptypen mit vielen ökologische Nischen. Die Beseitigung dieser Bestände ist mit verantwortlich für den Rückgang von über 30 Prozent der inzwischen gefährdeten Pflanzenarten und Tierarten, wobei nicht nur der Lebensraum Baum im Vordergrund steht. Genau so wichtig sind die extensiv genutzten Flächen. Das bedeutet keine Düngung und späte Mahd (nicht vor dem 15.Juni) mit Entsorgung des Mähgutes.


Auf einem Quadratmeter unter einem Apfelbaum einer Streuobstwiese wurden z.B. über 8000 Insekten gezählt. 50 Brutvogelarten - die meisten gefährdet - finden hier einen Lebensraum.



Typisch sind Gartenrotschwanz, Steinkauz, Rotwürger, Wiedehopf, Wendehals, Grauspecht und Mittelspecht.



Besonders wertvoll ist das zusätzliche Vorkommen von Strukturen wie Reisighaufen (idealerweise vom Baumschnitt, Steinriegel (Eidechsen, Igel, Wiesel) und Feuchtstellen (Amphibien).



Streuobstbestände sind im Sommer kühler als reine Acker- und Wiesenflächen. Sie schaffen dadurch ein günstiges Kleinklima, gerade auch im Wohnumfeld. 

Was kann man tun:

  • Jetzige Bestände erhalten, pflegen und vor Rodung bewahren und Bestände durch Nachpflanzung sichern
  • Besonders wichtig: 
Bestände neu anlegen, insbesondere in ausgeräumten Bereichen
    Dieser Aufgabe widmet sich der Landschaftspflegeverband Altötting gemäß seiner Satzung im Rahmen der Neuschaffung von Biotopen seit seiner Gründung, denn Streuobstbestände sind selten geworden und zählen zu den gefährdetsten Lebensräumen in Bayern.
Neben zahlreichen kleineren Pflanzungen im ganzen Landkreis seit Bestehen des LPV AÖ, sind besonders die Streuobstanlage östlich Steinbach (Gemeinde Perach) und auf dem Berghammer Brunnenfeld (Stadt Burghausen), sowie die größte Pflanzung in Grasset (Gemeinde Burgkirchen)mit rd. 200 Hochstämmen erwähnenswert.
    Insgesamt wurden bis jetzt über 7.000 Obstbaum Hochstämme im Landkreis Altötting gepflanzt (Stand 6/2015)

Fazit: Streuobstbestand ist ein Lebensraum für Natur und Mensch